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Nieder-Ramstadt mit In der Mordach

Der Ort kann auf eine lange Siedlungsgeschichte zurückblicken. Eine alemanische Siedlung aus dem 4. Jahrhundert n. chr. sowie ein spätmerowingisches Gräberfeld (um 700 n. Chr.) konnten durch zahlreiche Funde nachgewiesen werden. In fränkischer Zeit war das Gebiet Teil des Königsgutes; 1002 kam es mit der zum Königshof Groß-Gerau gehörenden Grafschaft Bessungen an das Bistum Worms, 1009 an das Bistum Bamberg und 1013 an die Bischofskirche zu Würzburg. Seite dem 12. Jahrhundert gehörte es zum Herrschaftsbereich der Grafen von Katzenelnbogen; 1403 bestätigte Graf Johann IV., dass er u.a. Nieder-Ramstadt als würzburgisches Mannlehen trage. 1479 gelangte es durch Erbschaft an die Landgrafen von Hessen.

Obwohl der Ort wesentlich älter ist, findet sich die erste urkundliche Erwähnung relativ spät: 1190/94 wird ein Cunradus de Ramestat als Kanoniker des St.-Andreas-Stifts in Worms bezeugt.

Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert hatte das Müller- und Bäckergewerbe überregionale Bedeutung. Um 1570 erhielt es durch Landgraf Georg I. erstmals einen Zunftbrief. 1596 sind hier und in Traisa 40 Bäcker, größtenteils zugleich Mitbesitzer von Mühltal, nachweisbar; 1623 waren der Zunft in Nieder-Ramstadt 53 und in Traisa 5 Meister angeschlossen. Daran erinnern heute die Brezel und das halbe Mühlrad im Wappen der Gemeinde Mühltal sowie deren Name.

1537 gab es etwa 100 Grundbesitzer; 1571 waren es bereits 150, also etwa 700 bis 800 Einwohner. Schwere Rückschläge brachten der dreißigjährige Krieg und der Niedergang des Mühlengewerbes im 19. Jahrhundert durch die Entstehung moderner Großmühlen. 1834 zählte der Ort erst 1310 Einwohner, 1871 waren es 1331.

1821 kam Nieder-Ramstadt bei der Neugliederung des hessischen Staatsgebietes zusammen mit Traisa und Waschenbach zum Landratsbezirk Reinheim, 1832 zum Kreis Dieburg und 1852 zum Kreis Darmstadt. Im letzten Jahrhundert entstanden hier mehrere leistungsfähige Industriebetriebe.


In der Mordach

Der Ortsteil, dessen Name auf ein einst wasserreiches Gebiet hinweist, wurde Anfang des 18. Jahrhunderts aus vier Mühlen, der Neuen Bohlen-, der Frankenbergers- (heute Waldhof), der Glashütten- (heute Haus Burgwald) und der Zehmühle, gebildet. Erstmals ist er 1390 als "Mortat" anlässlich eines Waldkaufs durch Hans den Älteren von Waldbrunn genannt. Dass das Gebiet ein eigenes Gericht hatte und in vorreformatorischer Zeit zur Pfarrei Neunkirchen (1475) gehörte, lässt auf eine ursprünglich selbständige Gemarkung schließen. 1698 gründete Landgraf Ernst Ludwig hier eine Glas- und Spiegelmanufaktur zur Fertigung von Hohlgläsern, Butzen- und Spiegelscheiben.

Da sich der Betreib als unrentabel erwies, wurden die Gebäude 1705 verkauft und zu einer Getreidemühle umgebaut. Als diese 1896 nieder brannte, entstand an ihrer Stelle 1909 die heutige Fachklinik "Haus Burgwald."

Mit Wirkung vom 11. August 1972 wurden die ehemaligen Wohnplätze Burgwald, Waldhof und Ziegelei zu einem eigenen Ortsteil zusammengefasst, der zur Gemeinde Nieder-Ramstadt gehörte.