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Nieder-Beerbach

Nieder-Beerbach hat eine überaus reiche und bewegte geschichtliche Vergangenheit. Urkundlich erstmals mittelbar am 26. August 1318 in einem Teilungsvertrag zwischen den Grafen Bertold und Eberhard von Katzenelnbogen als Berebach vermerkt, lässt sich die Geschichte der Besiedlung unseres Tales weit zurückverfolgen. Vor 1252, der urkundlichen Ersterwähnung als super castro

Frangenstein, erbaute Konrad II. Reiz von Breuberg die Burg Frankenstein, nach der sich das Geschlecht seitdem benennt. Es kann davon ausgegangen werden, dass zwei weitere Anlagen, die sogenannte „alte Burg“ und das „Alte Schloß“ bereits vorher auf Nieder-Beerbacher Gebiet vorhanden waren. Letztere wird mittlerweile als Turmburg in die Salierzeit (10. - 12. Jhd.) datiert. Die ältesten Funde die auf Menschen in unserem Tal schließen lassen sind bereits 7.000 Jahre alt und gehörten der sogenannten „Hinkelstein-Gruppe“ an.

Die Burg Frankenstein liegt auf der Gemarkung Nieder-Beerbachs und war während der selbständigen Herrschaft der Frankensteiner mit seinem Dorf Nieder-Beerbach ein unmittelbares Reichslehen. Seit dem 14. Jahrhundert war Nieder-Beerbach Sitz einer Pfarrei. Die Ersterwähnung unserer Kirche war am 26. November 1385. In ihr befi ndet sich die Grabanlage, ein reich ausgestattetes Epitaph, des 1531 verstorbenen Georg von Frankenstein, welcher Anlass zu der Sage vom tödlichen Kampf des Ritters mit dem Lindwurm gab. Das dörfliche Leben wurde in der Haingerichtsordnung von 1581 geregelt. Die Bürger trafen sich unter der Gerichtslinde am Ortsgefängnis, der „Betzekammer“, welche als „greuliches Loch“ von wenigen Fuß länge erst 1819 geschlossen wurde. Die wohl weit über 250 Jahre alte Linde musste 2011 durch eine neue ersetzt werden.

1661/62 verkauften die Frankensteiner Burg und Herrschaft für 102.000 Gulden an die Landgrafen von Hessen. Die Burg zerfi el. In der Romantik erwachte wieder das Interesse an der Ruine, die zwischen 1835 und 1893 in ihrem Bestand gesichert wurde. Heute ist die Burg Frankenstein nicht nur das Wahrzeichen der Gemeinde, sondern auch eines des Landkreises Darmstadt-Dieburg.

Nieder Beerbach wandelte sich, wie die meisten Dörfer des Odenwaldes am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts grundlegend. Eine Moderne Infrastruktur entstand. Im Jahre 1905 konnte die Einweihung des ersten „Wasserwerkes“ vollzogen werden, das aus eigenen Quellen gespeist wurde. 1921 wurde die Elektrifi zierung des Ortes durchgeführt. Gleichzeitig entstand ein reges Vereinsleben. Bereits 1884 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet, 1892 der Gesangsverein Frohsinn, 1894 der Turnverein und der Obst- und Gartenbauverein sowie 1897 die Arbeiter-Sport-Vereinigung und es folgten weitere. Trotz vieler gefallener Soldaten in beiden Weltkriegen, denen Nieder-Beerbach mit verschiedenen Ehrenmale gedenkt, blieb der Ort vor Zerstörung weitgehend verschont. Nach dem zweiten Weltkrieg kam neuer Schwung auf. 55 Unternehmen fanden damals in Nieder-Beerbach Platz um Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Das wohl größte Fest Nieder-Beerbachs wurde im Jahre 1952 anlässlich des 700 jährigen Jubiläums der Burg Frankenstein gefeiert. Die landwirtschaftliche Ausrichtung wandelte sich, Mühlen und Ziegeleien die lange das örtliche Geschehen prägten waren längst geschlossen, Nieder-Beerbach wurde nun zur Wohngemeinde für Pendler. Auch nahm die Wohnbevölkerung durch eine Reihe von neuen Baugebieten stark zu. Von 930 Bürgern im Jahre 1939 auf einen Höchstwert von 2.162 Einwohnern im Jahre 2003. Heute liegt die Einwohnerzahl bei 1.892 (Ende 2017).

1971 wurde das neue Gemeindezentrum eingeweiht. Mit der Gebietsreform von 1976 verlor Nieder-Beerbach seine Eigenständigkeit und wurde Teil der neu geschaffenen Gemeinde Mühltal. Der Ortsteil Nieder-Beerbach hatte 2005 erfolgreich am Wettbewerb „Unser Dorf“ teilgenommen und erreichte den 2. Platz. Im Rahmen des Wettbewerbs entstand eine Broschüre, die u.a. einen Überblick über das dörfl iche Gefüge, Vereinsaktivitäten sowie die kulturelle und landschaftliche Vielfalt gibt. 2014 ließ ein Erdbeben mit der Stärke von 4,2 Nieder-Beerbach erschüttern. Es war bundesweit das stärkste Beben des Jahres. Nieder-Beerbach ist ein heute ein zukunftsorientierter Ortsteil mit einem hohem Gemeinschaftssinn in schöner Umgebung am Rande der Rhein-Main Metropolregion. 2018 feiert Nieder-Beerbach 700 Jahre mittelbare Ersterwähnung unter dem Motto „Ein Ort. Ein Jubiläum. Eine Zukunft.“

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