„Erinnerung darf nicht sterben“: Gedenkveranstaltung der NRD mit Bürgermeister Starke | Gemeinde Mühltal

„Erinnerung darf nicht sterben“: Gedenkveranstaltung der NRD mit Bürgermeister Starke


Am 27. Januar erinnerte die Nieder-Ramstädter Diakonie (NRD) mit einer bewegenden Gedenkveranstaltung an die Opfer des Nationalsozialismus. Rund 60 Menschen versammelten sich am Buch-Gedenkstein vor der Lazaruskirche, um der über 600 verschleppten und 450 ermordeten Opfer der ehemaligen „Nieder-Ramstädter Heime“ zu gedenken.

Der 27. Januar, der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, wurde 1996 als offizieller Gedenktag eingeführt. An diesem Tag 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Bundespräsident Roman Herzog erklärte damals: „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen.“

Die NRD setzt ein starkes Zeichen der Erinnerung. Der Buch-Gedenkstein, 2000 zum 100-jährigen Bestehen der NRD errichtet, enthält die Namen der Verschleppten, eingraviert in Form von „Transportlisten“. „Erinnerung ist ein wichtiger Bestandteil unserer Verantwortung“, betonte NRD-Vorstand Christian Fuhrmann.

In der Gedenkveranstaltung wurde auch der Fall von Ludwig Georg Klingenschmitt erinnert. Der junge Mann wurde 1941 als „lebensunwertes Leben“ ermordet. Diakonin Beate Braner-Möhl erzählte seine Geschichte, die exemplarisch für die Grausamkeiten des NS-Regimes steht.

„Die Geschichte von Ludwig Klingenschmitt zeigt, wie Menschen mit Behinderungen als wertlos, ,lebensunwert‘ und Kostenfaktor abgestempelt wurden. In heutigen politischen Debatten um Sozialleistungen sollten wir uns bewusst machen, wie schnell solche ,Nützlichkeitserwägungen‘ wieder entstehen können“, sagt NRD-Vorstand Dr. Thorsten Hinz. Mühltals Bürgermeister Niels Starke fügte an: „In den letzten Jahren sind demokratische Werte wieder zunehmend unter Druck geraten. Gerade in solchen Zeiten ist das Erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus wichtiger denn je. Die Geschichte der Nieder-Ramstädter Heime mahnt uns, wachsam zu bleiben und Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten.“

Die Veranstaltung erinnerte eindrucksvoll daran, dass die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachgehalten und die Werte von Respekt und Menschlichkeit stets verteidigt werden müssen.



Quelle: NRD