Ein Jahr nach Kita-Übernahme: Rückblick über das erste Jahr bei den Waldeulen | Gemeinde Mühltal

Ein Jahr nach Kita-Übernahme: Rückblick über das erste Jahr bei den Waldeulen


Vor einem Jahr hat die Gemeinde Mühltal die Natur Kita „Am Klingenteich“ übernommen. Schnell war klar: Wir benötigen einen Namen. So waren die Waldtiere geboren und eine Gruppe davon sind die Waldeulen. Wir starteten mit 14 Kindern. Leider hatten zuvor schon einige Kinder die Einrichtung verlassen, weil die Wochen und Monate davor keine gesicherte Betreuung gewährleistet werden konnte. Das sollte sich jetzt ändern.

Den Kindern war eine Fachkraft vertraut und die anderen sollten sie im Laufe der Zeit kennenlernen. Die erste Woche waren geprägt von viel Unsicherheit. Oft schauten die Fachkräfte in fragende Kinderaugen, die sagten „Dürfen wir wirklich jeden Tag in den Kindergarten kommen?“  

Die Kinder berichteten oft, dass sie den Kindergarten vermisst haben und ihre Freunde. In Gesprächen mit Eltern bekamen wir das bestätigt. Die Eltern mussten erst einmal Vertrauen aufbauen. Ein gegenseitiges Kennenlernen war sehr wichtig. Das war Thema vom ersten Elternabend: Was sind die Erwartungen? Da war der Wunsch nach Klarheit, Ruhe, Struktur und Sicherheit.   

Das war eine große Aufgabe für das Team. Neue Fachkräfte und Kinder kamen dazu und auch die mussten sich erst einmal kennenlernen. Unsere erste gemeinsame Aktion „Das Martinsfest“ war eine gute Gelegenheit, um sich noch besser kennenzulernen. Die Kinder führten ein Martinsspiel auf und nach einer Laternenrunde mit den selbstgebastelten Laternen wurden am Feuer noch Lieder gesungen, Brezeln gegessen und sich gewärmt.

So langsam begann ein Wir -Gefühl. Wir kamen gut durch die Erkältungs- Welle, immer getragen von einer großen Unterstützung der Eltern.

Zum Ende des Winters gab es einige Veränderungen auf dem Gelände. Die Kinder hatten ihre „Plätze“ auf dem Gelände wie auch im Wald zurückerobert. Sie wurden bespielt und gestaltet. Wir merkten, es war einiges in die Jahre gekommen und musste entsorgt werden. Die Bauwagen benötigten einen Schutz des Unterbodens. Ende Februar standen tatkräftige Eltern an einem Freitagnachmittag auf dem Gelände und gemeinsam wurde unter den Bauwagen alles rausgeräumt, teilweise mit vollem Körpereinsatz. Die Kinder unterstützten tatkräftig. Dadurch wurden viele Schätze freigelegt. Diese konnten noch zum Spielen genutzt werden und die Umrandungen konnten zur Sicherheit der Kinder angebracht werden.

Nun konnte ein großer Wunsch der Kinder, ein Gemüsebeet anzulegen, erfüllt werden. Jedes Kind hat sich seine eigene Kartoffel in die Erde gelegt und begleitet diese durch regelmäßige Pflege beim Wachsen. Zucchini, Tomaten Rucola, Kräuter und Sonnenblumen werden liebevoll gepflegt. Die Pflanze des Monats wird immer wieder erklärt und durch vielfältige Weise kennengelernt.

Die Waldplätze sind weiterhin ein beliebter Ort der Kinder und dabei entstehen tolle Bauwerke. Auch gemeinsame Aktionen mit den Kindern der Schatzkiste haben dazu geführt, sich besser kennenzulernen.

Der gemeinsame Ausflug zur Polizei und der Pflasterpass der Schulkinder bleibt in guter Erinnerung. Das Theaterstück, zu dem alle Kinder die „Schatzkiste“ besucht haben, um das Stück dort anzuschauen, war ein Ereignis.

Sicher gibt es noch viele aufzuzählen, nicht zu vergessen die Begegnungen in der Natur, die die Kinder täglich mitnehmen. Und wenn die Kinder zu Hause erzählen, dass der Rasen im Kindergarten rot ist, liegt es daran, dass wir wochenlang eine wunderschöne Mohnblüte hatten und alles rot gefärbt war.

Was mich immer wieder bewegt ist die Dankbarkeit der Kinder, denen wir wieder ein Stück Sicherheit und Verlässlichkeit zurückgeben konnten. Möge die Herzlichkeit, mit der wir letztes Jahr im Sommer empfangen wurden, weiterhin anhalten. 

Annekathrin Thienel und das Team der Waldeulen