Landkreis wird neues Gymnasium in Mühltal bauen:  | Gemeinde Mühltal

Landkreis wird neues Gymnasium in Mühltal bauen: 


Darmstadt-Dieburg. Die Entscheidung ist gefallen: Der Landkreis will ein neues Gymnasium in Mühltal bauen. Standort ist ein etwa 2,5 Hektar großes Grundstück, das sich im Westen von Nieder-Ramstadt befindet, angrenzend an das Wohngebiet Dornberg und die Straße An der Flachsröße. Fertig sein soll die neue Oberschule ab dem Schuljahr 2030/31, denn dann endet die Vereinbarung zwischen der Stadt Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg zur garantierten Aufnahme von Schülerinnen und Schülern aus Mühltal und Messel an Darmstädter Schulen. Die Stadt Darmstadt hat bereits angekündigt, diese Vereinbarung zu kündigen, weil sie Platz für die Darmstädter Schüler benötigt. „Wir haben gründlich überlegt, wie wir dem begegnen“, erklärt Schuldezernent und Vize-Landrat Lutz Köhler. „Da durchschnittlich in den vergangenen fünf Jahren etwa 200 Schülerinnen und Schüler pro Schuljahr aus dem Landkreis in die Jahrgangsstufe 5 an eine Darmstädter Schule gewechselt sind – und davon noch rund 80 Prozent an ein reines Gymnasium – stand schnell fest, dass wir die Gymnasiallandschaft neu aufstellen müssen. Dieses neue Gymnasium im Landkreis nimmt nicht nur den Druck von Darmstadt, es sorgt auch für neue Auswahlmöglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis.“

Die Gemeinde Mühltal hat mit den Grundstücksbesitzern verhandelt und muss das Baurecht für die neue Schule schaffen. „Ein großes Dankeschön an Bürgermeister Niels Starke“, sagt Lutz Köhler. „Wir hatten auch andere Standorte in anderen Kommunen in Erwägung gezogen, aber dieses Areal ist ideal, auch von der Verkehrsanbindung her.“ Für Niels Starke ist die neue Schule auch ein wichtiger Baustein für die Verbesserung der Infrastruktur im Ort. Eine reine Mühltaler Angelegenheit wird die neue Schule aber dennoch nicht, betont der Verwaltungschef: „Natürlich wird der Großteil der Schülerinnen und Schüler aus Mühltal kommen, mit dann viel kürzeren Wegen als nach Darmstadt, aber am neuen Gymnasium können auch Schülerinnen und Schüler aus den umliegenden Orten aufgenommen werden. Ich bin guter Dinge, dass wir das auch in der Zeit schaffen, es ist für Mühltal und den Landkreis eine gute Sache.“

Vize-Landrat Köhler betont, dass durch die neue Schule Vielfalt geschaffen werde. „Das ist etwas, das über Mühltal hinauswirkt“, sagt er: „Im Zusammenspiel mit anderen Schulen schaffen wir eine größere Bandbreite von Auswahlmöglichkeiten.“ Das Ziel sei eine möglichst faire Ausgangssituation für alle Kinder des Landkreises – „unabhängig davon, in welcher Kommune sie wohnen“.

Ein Beispiel: Viele Kinder aus Ober-Ramstadt und Umgebung besuchen bislang die Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule. Mit dem Gymnasium in Mühltal entsteht für diese Schülerinnen und Schüler eine zusätzliche Wahlmöglichkeit. Dadurch könnte die Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule entlastet werden. Das wiederum kann die Aufnahmechancen für Kinder aus anderen Kommunen, beispielsweise aus Roßdorf, verbessern. Für die Messeler Schülerinnen und Schüler böte sich mit Dieburg eine nähere Alternative zu Darmstadt an. „Das ist keine rein kommunale Lösung für Mühltal, sondern ein Projekt mit Bedeutung für den gesamten Landkreis Darmstadt-Dieburg“, betont Köhler.

Das neue Gymnasium muss mit dem Wirtschaftsplan 2027 des Da-Di-Werks beschlossen und zudem die Gründung der Schule durch das Hessische Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen genehmigt werden. „Ich bin zuversichtlich, dass wir das in der Zeit auch schaffen“, sagt Lutz Köhler. Schon 2027 sollen die Leistungen für den Bau der neuen Schule, die auch eine Sporthalle haben wird, ausgeschrieben werden. „Wir haben die Helene-Weber-Schule in Pfungstadt auch in einem Jahr und drei Monaten errichtet“, sagt Köhler. Derzeit geht der Landkreis von geschätzten Kosten von etwa 50 Millionen Euro für das neue Gymnasium aus. „Und die Sporthalle wird auch den Mühltaler Vereinen neue Möglichkeiten eröffnen.“

Gleichzeitig betont der Vize-Landrat, dass sich für die Schüler aus Messel und Mühltal, die derzeit in Darmstadt zur Schule gehen oder bis zur Beendigung der Vereinbarung dort eingeschult werden, nichts ändert. „Niemand muss das Gymnasium in Darmstadt verlassen“, sagt er. Aber ab dem Schuljahr 2030/31 wird es eben für Messeler und Mühltaler keinen Anspruch mehr geben auf eine Aufnahme in Darmstadt. Eine Bewerbung dort ist aber auch danach noch möglich. Nach der Kündigung der Vereinbarung, also ab 2030, sind laut Prognosen des Landkreises im Schnitt 31 Schülerinnen und Schüler pro Schuljahr betroffen. Für Mühltal wurden durchschnittlich 93 Schülerinnen und Schüler prognostiziert.

„Wir werden die gute Zusammenarbeit im schulischen Bereich mit Darmstadt fortsetzen“, betont Lutz Köhler, „aber wir brauchten aufgrund der Situation eine zukunftsfähige Lösung. Die haben wir nun gefunden.“ Und Niels Starke fasste die Entscheidung so zusammen: „Das ist ein großer Wurf für Mühltal. Aber auch für die Region ist es eine Chance für eine langfristige Entwicklung.“

Quelle: Landkreis-Darmstadt Dieburg