Illegale Altölentsorgung auf Kosten der Allgemeinheit


Ein Jahr ist es her, dass mit großem Aufwand ein beispielloser Umweltfrevel an der Zufahrt zum Mühltaler Bahnhof saniert wurde:  Unbekannte hatten an insgesamt zwölf Standorten im bewaldeten Hang südlich des Bahnhofs Altöl in den Boden gekippt. Der Umweltschaden war immens. Der Boden musste teilweise mehr als einen Meter ausgeschachtet und ausgetauscht werden.  Die Gesamtkosten zur Sanierung des Bodens beliefen sich auf über 90.000 Euro. Knapp zwei Drittel dieser Kosten fielen für Transport- und Entsorgungskosten an. Dieser Anteil wurde durch den ZAW im Rahmen der Kostenerstattung für wilde Müllablagerungen getragen. Die weiteren Kosten für erforderliche Beprobungen des kontaminierten Bodens, die gutachterliche Begleitung der Bodensanierung, das Auskoffern und die Bereitstellung des kontaminierten Bodens für den Transport, erforderliche Baumfällungen und Nachpflanzungen, die Absicherung der Baustelle u.a.  mussten durch die Gemeinde getragen werden. Insgesamt wurden 198,14 Tonnen Boden der HIM GmbH in Biebesheim sowie dem Bodenbehandlungszentrum in Flörsheim-Wicker überstellt. Auf insgesamt 400 Liter Altöl und andere Betriebsstoffe wurde das gesamte Ausmaß der Bodenverunreinigung von den Fachleuten geschätzt. Der Schadensverursacher konnte trotz erster Verdachtsmomente leider nicht ermittelt werden.  Bereits zwei Jahre zuvor hatten Unbekannte am Naturparkplatz in Frankenhausen Altöl in den Waschenbach gekippt, ebenfalls ein immenser finanzieller Schaden. Damals konnte durch die rasche Information der Feuerwehr ein größerer Umweltschaden vermieden werden.

Die Gemeinde Mühltal bittet daher dringend, verdächtiges Verhalten umgehend der Polizei zu melden und Autokennzeichen oder sonstige Hinweise zu notieren. Bodenverunreinigungen gelten als Straftat gegen die Umwelt und werden mit hohen Geldstrafen, ggf. auch Freiheitsstrafen, belegt.

Gleichzeitig möchte die Gemeinde Mühltal darauf hinweisen, dass Altöl kostenfrei dort zurückgegeben werden kann, wo es gekauft wurde. Hierfür sollte der Kassenbon aufbewahrt werden. Tankstellen, Baumärkte oder der Kfz-Teilehandel sind an ein Rücknahmesystem angeschlossen. Wenn kein Kaufbeleg mehr vorhanden ist kann Altöl alternativ kostenfrei in Gebinden bis 20 Liter beim Schadstoffmobil abgegeben werden. Die Anlieferungsmenge je Termin ist auf 100 Liter begrenzt. Das Schadstoffmobil ist jeden Samstag in einer anderen Kommune im Landkreis Darmstadt-Dieburg unterwegs. Die Termine finden Sie unter zaw-online.de oder auch auf Ihrem Abfallkalender.